07.01.2016

Gelungene Social Communication nicht dem Zufall überlassen

Von Inna Weyrauch

Im B2C-Bereich haben sich die sozialen Medien schon lange etabliert. Für den B2B-Bereich gilt dies hingegen noch nicht. Es ist unumstritten, dass jedes Unternehmen einen Internetaufritt haben sollte. Doch die sozialen Medien scheinen im Business-Bereich immer noch nicht vollkommen akzeptiert zu werden. Dabei kann man mit der richtigen Social Media-Strategie viel erreichen.

In sozialen Netzwerken kann sich ein Unternehmen mindestens genauso gut präsentieren wie auf der eigenen Website. Durch den direkten Kommunikationskanal der sozialen Medien lässt sich das Unternehmensimage sogar noch besser und nachhaltiger pflegen und positiv beeinflussen. Denn durch einen Social Media-Auftritt und den Dialog mit Kunden und Partnern, vermittelt das Unternehmen ein offenes und transparentes Bild. Das Unternehmen wird erlebbar. Das schafft Vertrauen und einen guten Ruf – beides ist für potenzielle Kunden sehr wichtig. Wichtig dabei ist, die Zielgruppen des Unternehmens im Auge zu behalten und die passende Plattform zu wählen. Denn die verschiedenen Social Media-Kanäle haben vielfältige Funktionen.

Der Dialog ist natürlich auch im Fall von Reklamationen entscheidend. Haben Kunden oder Partner etwas zu bemängeln – seien es fehlerhafte Produkte oder fehlenden Informationen –, wirft es ein besseres Licht auf das Unternehmen, wenn man der Kritik eine offene und transparente Plattform bietet. Selbstverständlich ist es wichtig, auf die Reklamationen kompetent und zeitnah zu antworten, aber Unternehmen sollten gegenüber Kunden und Partnern auch kulant vorgehen. So kann man beispielsweise bei Facebook auf Kommentare antworten oder bei Twitter durch neue Tweets auf die Anliegen eingehen. Viele User empfinden es als positiv, wenn Unternehmen Unstimmigkeiten direkt ansprechen.

Auch beim Thema Suchmaschinenoptimierung sollte man die sozialen Medien im Blick behalten. Schließlich nutzt ein sehr großer Teil der Kunden und Partner das Internet zu Recherchezwecken. Unterstützten Firmen ihren Webauftritt zusätzlich durch Präsenzen in Social Media, steigen die Chancen auf einen der vorderen Plätze bei Google und anderen Suchmaschinen. Vor allem, wenn man die eigenen Beiträge geteilt und geliked werden.

Nicht zu unterschätzen ist das so genannte „Social Recruiting“. Viele junge und gut ausgebildete Menschen nutzen überwiegend die sozialen Medien, um sich zu informieren. In die Printausgabe einer Zeitung schauen sie höchstens noch bei ihren Großeltern. Viele Unternehmen veröffentlichen deshalb bereits Stellenanzeigen via Social Media und sind damit erfolgreich. So wirkt man dem gegenwärtigen Fachkräftemangel frühzeitig entgegen.

In den sozialen Netzwerken sind aber nicht nur junge Menschen zu finden. Vielmehr werden sie von Menschen aller Altersgruppen genutzt, was das Crowdsourcing, also die „Intelligenz der Masse“ attraktiv macht. Unternehmen profitieren von den vielfältigen Meinungen und Ideen der Masse. Das kann zu verbesserten Ergebnissen führen – und das oft schneller als gedacht.

Social Media kann sogar zur ersten Anlaufstelle der Kommunikation werden. Sie kann die klassische E-Mail und das gewohnte Telefongespräch ergänzen oder sogar ersetzen. Dann läuft die komplette Kommunikation – intern wie auch extern – über Social Media-Kanäle. Das verlangt von Unternehmen allerdings schnelle und kompetente Reaktionen.

Last but not least ist die Viralität ein großer Vorteil von Social Media. Betreibt ein Unternehmen einen Auftritt auf einer Social Media-Plattform und stellt einen Beitrag mit gutem Content online, interagieren die Nutzer mit diesem Beitrag, in dem sie ihn kommentieren oder teilen. Dadurch wird die Reichweite von Beiträgen enorm gesteigert. Oft werden sie nicht nur innerhalb eines Netzwerkes, sondern auch Plattform-übergreifend geteilt – von Facebook nach Twitter und von Wordpress zu Xing. Durch diese Multiplikatorenwirkung wächst die Reichweite des Beitrags exponenziell, völlig kostenlos und ganz ohne Eigenaufwand.

Unternehmen, die sich damit befassen, Social Media einzusetzen, stellen oft fest, dass im Netz bereits ein Dialog über das Unternehmen oder die Marke stattfindet. Dann geht es darum, dies zu nutzen, zuzuhören und aktiv zu werden. Allerdings sollten Unternehmen den Erfolg dieser Maßnahmen nicht dem Zufall überlassen. Schließlich ist Professionalität in Social Media oberstes Gebot.

 

Über die Autorin:

Seit 2012 ist Inna Weyrauch bei KMB | Konzept · Management · Beratung für Unternehmenskommunikation in Wiesbaden tätig. Dort ist sie vor allem für die redaktionelle Arbeit, Social Media Auftritte sowie Projektkonzeptionen verantwortlich. Inna Weyrauch studiert nach einem Bachelor-Abschluss in Publizistik und Wirtschaftswissenschaften zurzeit den Master Kommunikationswissenschaft an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz. Nebenbei belegt sie im Fernstudium Seminare im weiterbildenden Master Medien und Bildung an der Universität Rostock.