Auch Behörden spüren die digitale Transformation

05.11.2018

Dass die digitale Transformation nahezu jeden Bereich der Wirtschaft verändern dürfte, ist bereits weitläufig bekannt. Datengetriebene Geschäftsmodelle, neue Technologien, aber auch zahlreiche neuartige Services und Leistungen entstehen landauf, landab. Auch Ämter und Behörden können von der digitalen Transformation profitieren. Die Bürgerinnen und Bürger haben schon jetzt zahlreiche Wünsche, welche Verwaltungsdienstleistungen künftig angeboten werden sollen. Die Vorstellungen reichen von komplexen Antragsverfahren bis hin zu ganz praktisch motivierten Services, etwa Portalen zur Meldung von Schlaglöchern – eine App zum Erfassen von Funklöchern wurde ja erst kürzlich vorgestellt. Die Praxisbeispiele für digitale Anwendungen sind zahlreich und Ämter und Behörden könnten besonders davon profitieren.

Smarte Bedarfsplanung durch Big Data und Künstliche Intelligenz?

Schon heute verfügen Deutschlands Behörden über die wohl umfangreichsten Datensammlungen. Gut geschützt und sicher verwahrt sorgt auch dieser Daten-Schatz dafür, dass die öffentliche Verwaltung ihren Aufgaben nachkommen kann. Längst werden Teile dieser Informationen natürlich auch in der behördlichen Bedarfsplanung für zahlreiche Projekte eingesetzt. Könnten Big Data-Anwendungen oder auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hier noch genauere Ergebnisse liefern? Noch ist unklar, inwiefern neue Technologien auch das Arbeiten der öffentlichen Verwaltungen beeinflussen werden. Doch bereits heute zeichnet sich ab, dass Big Data und KI – aber auch das Internet der Dinge – wohl tiefgreifende Veränderungen in der Wertschöpfung in der Wirtschaft auslösen werden. Es ist anzunehmen, dass sich so manche dieser Entwicklungen auch im Kontext der öffentlichen Verwaltung etablieren dürfte. Noch mehr als einer smarteren Bedarfsplanung wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger jedoch eine individuelle Entlastung bei ihren Behördengängen.

Bürger wünschen sich kurze Wege

Eine Befragung von über 1.000 Personen ergibt ein recht klares Bild, welche digitalen Services sich die Bürger von ihren Behörden und Ämtern wünschen. Einfachheit und das, was die Wirtschaft als Kundennutzen bezeichnet, stehen ganz oben auf dem Wunschzettel. Beinahe 75 Prozent der Befragten gaben an, künftig gern ihren Wohnsitz online melden zu wollen. Ebenfalls stark nachgefragt werden die Möglichkeiten, Kinder- und Elterngeld sowie Kita-Plätze digital beantragen zu können. Auch das Führungszeugnis würde mehr als jeder Zweite gern einfach online anfordern. Viele der nachgefragten Anwendungen werden jedoch bisher nur kaum angeboten. Selbstverständlich muss bei all diesen Verwaltungsdienstleistungen stets auch der behördliche Datenschutz gewährleistet werden. Schließlich gehen mit der Datenschutzgrundverordnung auch striktere Vorschriften für die Verwaltung einher. Dass sich die DSGVO im Verwaltungskontext gut umsetzen lässt, zeigen allerdings bereits etliche gelungene Anwendungsbeispiele.

Digitaler Bürokratie-Abbau – Eine Entlastung für Behörden?

„Deutschland braucht eine echte E-Gouvernement-Offensive. Die digitalen Angebote, die es gibt, sind oft nicht bekannt genug oder zu wenig vom Bürger her gedacht und zu umständlich“, sagt Dr. Johannes Ludewig, Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrats. Zahlreiche dieser Anwendungen könnten dafür sorgen, dass neben Bürgerinnen und Bürgern – auch die Angestellten im öffentlichen Dienst entlastet werden. Die überwältigende Mehrheit der Befragten sprach sich auch für ein besseres Informationsangebot rund um ihre Anliegen aus. So möchten sich beinahe 80 Prozent online über den aktuellen Bearbeitungsstand und die derzeitige Bearbeitungsdauer ihrer Anliegen informieren. Telefonische oder gar schriftliche Anfragen könnten auf diese Weise minimiert werden. Bereits kleine Veränderungen können dafür sorgen, Bürger und Behörden spürbar zu entlasten und das Vertrauen in E-Gouvernement-Anwendungen zu steigern. Hier kann die digitale Transformationen in der öffentlichen Verwaltung Win-Win-Situation für alle Beteiligten schaffen. Die Grundlage für ein Gelingen dieser Vorhaben bildet allerdings auch die flächendeckende Stärkung digitaler Kompetenzen, die fit für die digitale Zukunft von Behörden macht.

Aktuelle Seminare der Bitkom Akademie zur Digitalisierung im Verwaltungskontext

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    20.11.2018, Berlin | Mehr erfahren
  • Behördlicher Datenschutz in der Praxis – Umsetzung und Best Practice der DSGVO im Verwaltungskontext
    21.11.2018, Berlin | Mehr erfahren
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    21.11.2018, Berlin | Mehr erfahren
  • IoT, Big Data und KI verändern die Wertschöpfung – Schatzkiste oder Büchse der Pandora
    22.11.2018, Berlin | Mehr erfahren

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