Digital Business Transformation: 7 Irrtümer

08.03.2016

Die digitale Transformation ist das Top-Thema der deutschen Wirtschaft im Jahr 2016. Viele Unternehmen – insbesondere der Mittelstand – müssen mittelfristig ihre bestehenden Geschäftsmodelle und -prozesse an die neuen Marktbedingungen anpassen. Uwe Weinreich, Founder von CoObeya, einem Netzwerk von Experten für Innovation und Referent der Bitkom Akademie, klärt über häufige Irrtümer bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen auf.

1. Digitalisierung ist High-Tech. Richtig ist:

Die nötigen Komponenten für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen sind für den durchschnittlichen Anwender leicht und schnell verfügbar.

2. Digitalisierung betrifft lediglich IT und Produktion. Richtig ist:

Digitale Transformation erfasst das gesamte Unternehmen und erfordert eine abteilungsübergreifende Sicht und Steuerung. In Deutschland wird das Thema Digitalisierung als Industrie 4.0 leider oftmals im Sinne weiterer Fertigungsautomatisierung diskutiert. Damit verspielen viele Unternehmen wichtige Chancen gegenüber dem internationalen Wettbewerb.

3. Das Wichtigste ist schnell zu sein. Richtig ist:

Schnelligkeit ist durchaus ein erfolgskritisches Element bei der Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle, allerdings nur, wenn das Leistungsangebot wettbewerbsrelevante Nutzenvorteile bietet.

4. Digitalisierung kostet ein Vermögen. Richtig ist:

Jedes Digitalisierungsprojekt, mit dem Neuland betreten wird, kann und sollte klein beginnen, um vor der Wachstumsphase ausreichend Erfahrungen sammeln zu können. Die Budgets dafür sind überschaubar.

5. Das Geschäftsmodell muss ganz neu aufgestellt werden. Richtig ist:

Einen Zwang zur kompletten Neuaufstellung gibt es nicht, auch wenn Berater das gern empfehlen. Unternehmen können ebenso auf einem funktionierenden Geschäftsmodell aufbauen und es digital erweitern. In einigen Fällen wird daraus auch ein ganz neues Geschäftsmodell entstehen, das ist allerdings nicht zwingend notwendig.

6. Digital heißt international. Richtig ist:

National oder regional begrenzte Digitalprojekte sind um bis zu 70 Prozent rentabler. Da es technisch relativ einfach ist, neue digitale Angebote sofort international anzubieten, ist der Reiz groß, das auch zu tun. Allerdings binden sich Unternehmen damit sofort einen riesigen Mehraufwand auf. Das erhöht das Risiko und senkt die Rentabilität.

7. Digitalisierung ist neu. Richtig ist:

Digitalisierung in der Wirtschaft gibt es bereits in breitem Maße seit den 1970iger Jahren. Mit den technologischen Möglichkeiten des Internets ist allerdings eine neue Stufe der Digitalisierung eingetreten. Der wesentliche Punkt ist allerdings nicht der digitale Aspekt, sondern die Tatsache, dass auf digitalem Wege ein Maß an Vernetzung entstanden ist, das wirtschaftliche Zusammenhänge komplett verändert.

Weiterbildung zur digitalen Transformation ist ein Schwerpunkt der Bitkom Akademie in diesem Jahr. Neben regelmäßigen kostenlosen Live Online-Seminaren haben wir eine modulare Seminarreihe entwickelt:

Digital Business Transformation: Strategie, Organisation, Recht

Digital Business Transformation: Marketing, Vertrieb, Social Media

Digital Business Transformation: Security, Big Data, Predictive Analytics

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