Digitale Verwaltung: Welche Kompetenzen braucht die Behörde von morgen?

05.11.2019

Zahlreiche Methoden und Technologien sind aus den Unternehmen der Privatwirtschaft kaum noch wegzudenken. Allein im öffentlichen Sektor scheint die Digitalisierung nur langsam Fahrt aufzunehmen. Einzelne Leuchtturm-Projekte können nur schwer darüber hinweg täuschen, dass die Prozesse in deutschen Behörden noch weit von den Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger entfernt sind. Nicht zuletzt der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften hindert die öffentliche Hand daran, zahlreiche Prozesse smarter und agiler zu gestalten.

Gut eingespielte Teams sind in vielen Bereichen ein entscheidender Erfolgsfaktor. Auch die öffentliche Verwaltung weiß um den Wert ihrer erfahrenen Angestellten. In der Aus- und Weiterbildung werden die Angestellten seit Jahrzehnten erfolgreich auf ihre Aufgaben in den Ämtern und Behörden von Bund, Ländern und Kommunen vorbereitet. Digitale Kompetenzen spielten in der Vergangenheit jedoch eine eher untergeordnete Rolle. Neben der nötigen Methodenkompetenz sowie der Einarbeitung in die Anwendungen des täglichen Arbeitslebens, werden künftig jedoch noch ganz andere Fertigkeiten gefragt sein, um die Behördenlandschaft Deutschlands auf ein konkurrenzfähiges Niveau zu heben. Nahezu alle Lebensbereiche, Ressorts und Abteilungen sind vom digitalen Wandel betroffen. Doch welche Kompetenzen sind bereits heute besonders gefragt?

 

Agile Projektsteuerung & modernes Management – Große Vorhaben effizienter realisieren

Zunehmende Vernetzung, kürzere Reaktionszeiten und knappere Budgets sorgen dafür, dass Projekte immer komplexer werden. Um große Vorhaben trotz der neuen Herausforderungen erfolgreich und reibungslos realisieren zu können, sind auch neue Fähigkeiten im Projektmanagement gefragt. Agile Methodik ist ein Ansatz, der helfen kann, komplexe Projekte effizient zu steuern. Zu den Grundsätzen des agilen Projektmanagements zählen unter anderem die Fokussierung auf exzellente Qualität, nutzerfreundliche Produkte, aber auch dass die Funktionsfähigkeit des Produkts als wichtigstes Maß für den Projektfortschritt gilt. Doch die Umstellung des Projektmanagements will gut vorbereitet sein. Eine gründliche Ist-Analyse und die rechtzeitige Aneignung der benötigten Kompetenzen in den neuen Methoden sorgen bei der Einführung neuer Steuerungswerkzeuge – im Projektmanagement, ebenso wie in der gesamten Organisation.

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IT-Sicherheit & Cyber-Crime-Prävention – Angreifern keine Chance lassen

Cyber-Attacken und IT-Sicherheitsvorfälle nehmen in regelmäßigen Abständen zu. Häufig geraten neben Privatpersonen und Unternehmen auch die öffentlichen Institutionen ins Fadenkreuz von Cyber-Kriminellen. Abgesicherte Systeme und wirkungsvolle Abwehrmechanismen erschweren Angriffe auf Infrastrukturen und Daten. Der Schlüssel zu einem wirksamen Schutz vor Attacken auf die eigenen Systeme liegt im Einsatz gut geschulter Experten für IT-Sicherheit. Doch auch die Angestellten aus allen anderen Bereichen benötigen ein Mindestmaß an Wissen rund um den Schutz von Daten und Technik – schließlich können bereits minimale Unachtsamkeiten fatale Folgen haben. Kommt es dennoch zu einem Vorfall, können eigene IT-Forensiker ein entscheidender Vorteil zur Aufklärung des Angriffs sein. Interne Forensik-Experten sorgen für eine erste, gerichtsfeste Datensicherung und stellen sicher, dass keine wertvollen Spuren vernichtet werden. Da Fachkräfte für IT-Sicherheit derzeit nur schwer auf dem Arbeitsmarkt zu finden sind, bietet es sich an, eigene Team-Mitglieder gezielt auf ihre Rolle als Verantwortliche in diesem Themenfeld vorzubereiten. Gleichzeitig sollte jedoch auch die gesamte Belegschaft über die potentiellen Gefahren und Schwachstellen aufgeklärt werden.

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Datenschutz & Datensicherheit – Die DSGVO zeigt ihre Wirkung

Die Datenschutzgrundverordnung gilt bereits seit über einem Jahr. Trotzdem scheinen viele Akteure noch immer mit dem neuen Regelwerk zu hadern. Ausreichend erfahrene und gut ausgebildete Datenschutz-Experten, die Unternehmen und Behörden beim Umgang mit den DSGVO-Gesetzen beraten könnten, sind allerdings nur schwer zu finden. Gleichzeitig sind die Anforderungen an die Maßnahmen zur Gewährleistung einer zeitgemäßen Datensicherheit immer schwieriger zu erfüllen. Entscheidend für die Umsetzung der Datenschutz-Vorschriften und die Gewährleistung der Datensicherheit ist die Verfügbarkeit des nötigen Know-hows rund um die Gesetze und Anforderungen. Im Rahmen berufsbegleitender Aus- und Weiterbildungen können sich auch Nicht-Juristen das Grundlagenwissen zum Umgang mit der DSGVO aneignen. Durch das zusätzliche Fachwissen unterstützen sie ihre Unternehmen und Institutionen bedarfsgerecht und nehmen dadurch eine besondere Rolle innerhalb der eigenen Institution ein. Aufbauend vom Grundlagenwissen dienen weiterführende Schulungen der schrittweisen Spezialisierung im gewählten Fachgebiet - etwa dem korrekten Umgang mit Daten von Angestellten im Personalwesen.

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Data Analytics & Künstliche Intelligenz – Den Datenschatz gezielt nutzen

Die digitalisierte Verwaltung verfügt über einen unschätzbar großen Fundus an Daten. Anonymisiert könnten sie dazu beitragen, Prozesse effizienter zu machen oder Städteplanungen smarter zu gestalten. Big Data-Analysen und Data Science-Anwendungen können unter anderem Aufschlüsse über künftige Steuereinnahmen oder auch den zu erwartenden Verlauf der nächsten Grippewellen liefern. In Kombination mit maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz könnten vollkommen neue Verwaltungsangebote entstehen. Schon heute können Chatbots dazu beitragen, Anfragen effektiver zu bearbeiten und die Klienten schneller zum richtigen Ansprechpartner zu leiten. Für den Data Science-Einstieg wird zwar ein gewisses technisches Grundverständnis erwartet – Kenntnisse im Programmieren sind jedoch nicht immer nötig.

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Dem Fachkräftemangel bedarfsgerecht begegnen

Zur Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie werden Fachkräfte benötigt, die viele der aufgeführten Kompetenzen mitbringen. Allerdings sind Digital Natives und Digitalexperten derzeit nur schwer durch klassisches Recruiting zu gewinnen. Sowohl die Privatwirtschaft als auch der öffentliche Sektor berichten schon seit längerem über diesen Umstand. Eine Möglichkeit, dem Fachkräftemangel zu begegnen, kann auch die strategische Weiterbildung der eigenen Angestellten sein. Ihr großer Vorteil: Sie kennen bereits die Gegebenheiten und Abläufe in ihren Häusern, während neue Team-Mitglieder anfangs umfangreich eingearbeitet werden müssen. Die gezielte Schulung erfahrener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann somit auch für Behörden und Ämter ein Schlüssel zur Umsetzung der eigenen Digitalstrategie sein. Entscheidend ist jedoch, dass die ersten Schritte zur Qualifizierung von beiden Seiten gemacht werden. 

Die Bitkom Akademie bietet ein breit gefächertes Portfolio an Weiterbildungen zu den verschiedenen Arbeitsbereichen in der digitalisierten Wirtschaft. Alle Weiterbildungen der Bitkom Akademie finden Sie online.

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