Digitalisierung steigert Bedarf an modernem Wirtschaftsschutz

Wenn man den aktuellen Trend zur Digitalisierung und Industrie 4.0 auf einen einfachen Nenner bringen will, so könnte dieser „Alles was vernetzt werden kann miteinander vernetzt“.

 

Leider stimmt diese Botschaft nicht überall, ausgerechnet beim Thema Wirtschaftsschutz scheint das Vernetzungspotenzial oft sträflich vernachlässigt zu werden. Es geht hier aber weniger um eine technische denn um eine inhaltliche Vernetzung, was die Sache aber nicht besser macht.

So leben bis heute schon Teildisziplinen der Sicherheit, wie IT-Sicherheit, physische Sicherheit aber eben auch „neue“ Aspekte wir Produktions- und Produkt- und Servicesicherheit oft genug kommunikationslos oder –arm nebeneinander her und diese Sprachlosigkeit setzt sich erst recht in die Geschäftsprozesse aber auch andere Querschnittsfunktionen wie Risiko- und Qualitätsmanagement hinein fort. Von der Einbeziehung von Sicherheitsaspekten etwa in die Entwicklung und Umsetzung einer Unternehmensstrategie ganz zu schweigen.
Das dies in einem ansonsten intern vernetzten Unternehmen schwerlich dauerhaft funktionieren kann, ist augenfällig. Noch problematischer wird es aber, wenn man in der Gesamtbetrachtung berücksichtigt, dass die Gefährdungslage für illegalen Know-how-Abfluss immer größer wird.

Bisher war in den deutschen „Kerndomänen“ wie dem Maschinen- und Anlagenbau oder vereinfacht gesagt der gesamten industriellen Produktion hochqualitativer Güter und Maschinen der Wettbewerbsvorsprung sehr hoch und auch meist nicht durch simplen Diebstahl von Betriebsinterna ausgleichbar, so ist dieser Vorsprung durch die Digitalisierung de facto geschrumpft. Die klassischen Kernkompetenzen machen nur noch die Hälfte der Wettbewerbsfähigkeit aus und in der zweiten Hälfte der wettbewerbsentscheidenden Faktoren, der IT, ist Deutschland eher im Mittelfeld, so dass in Summe der Wettbewerbsvorteil geschrumpft ist. Damit sind aber nun mehr Mitbewerber bildlich gesprochen „in Schlagweite“ gekommen, so dass mehr potentielle Angreifer weniger erbeuten müssen, um gleichzuziehen.
Dies bedingt für die Schutzmaßnahmen nicht nur „Mehr vom Alten“ sondern vor allem auch „Neue Antworten auf neue Gefahren“. Die Antwort kann hier nur ein integrierteres und stärker betriebswirtschaftlich getriebenes Vorgehen in der Sicherheit sein. Reibungsverluste durch isolierte und nicht flächendeckende Schutzbemühungen können wir uns einfach nicht mehr leisten – zu löchrig und am Ende auch zu teuer sind diese Ansätze.

Moderne Ansätze trennen hier nicht zwischen IT- und Unternehmenssicherheit, verbinden Abwehr mit Resilienz, ziehen alle relevanten Fachbereiche mit ein (und nehmen diesen den Irrglauben, dass die mit Sicherheit befassten Einheiten im Unternehmen allein für die Sicherheit sorgen). Vor allem aber betrachten sie vom Lieferanten und Subauftragnehmer  bis zum Kunden die gesamte Kette und binden auch die Produkte und Services, die in Zeiten der Industrie 4.0 oft genug über den gesamten Lebenszyklus mit dem Hersteller verbunden bleiben, mit ein.

  • Ist das schwer? Ja. Wie alles, was einen zwingt von liebgewonnenen Lösungen Abstand zu nehmen.
  • Ist es machbar? Ja. Denn meist sind alle Aufgaben als ungeschliffene Rohdiamanten schon da. Es braucht oft nur etwas Schliff und einer schönen Fassung, um zu einem echten Schmuckstück zu werden.

Wie diese „Juwelierarbeiten“ angepackt werden können und welche Hilfsmittel aber auch ermutigende Success Stories existieren, zeigt u.a. auch das neue Seminar „Wirtschaftsschutz mit System: Ausbildung zum Wirtschaftsschutzbeauftragten“, das in Koopertaion von Bitkom und dem ASW Bundesverband entwickelt wurde und das u.a. auch von Experten des BfV und des BSI mitgestaltet wird.
 

 

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