Studie: Weiterbildung 2021

Status Quo und Zukunft der digitalen Weiterbildung in Unternehmen
 
 

Wie gestalten wir die Weiterbildung von morgen?

Mehr als ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie wollten die Bitkom Akademie und HRpepper Management Consultants von knapp 700 Fach- und Führungskräften wissen, wie effektive digitale Weiterbildung ermöglicht werden kann und welche Trends sich für die Zukunft abzeichnen. Die Studie kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass sich der Großteil der Befragten in Zukunft keine komplette Rückkehr zur Weiterbildung in Präsenz, sondern eine Mischung aus digitalen und Präsenzangeboten wünscht. Gleichzeitig liefert die Studie konkrete Anhaltspunkte zur Gestaltung von digitalen Weiterbildungsformaten, um die Zufriedenheit und den Wissenstransfer für die Teilnehmenden zu steigern.

Alle Erkenntnisse der neuen Umfrage finden Sie ab sofort online!

 

Kernaussagen

 

 

Weiterbildungsformate

Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich zukünftig eine Mischung aus digitalen Formaten und Präsenzangeboten. Unternehmen sollten daher genau abwägen, zu welchen Anlässen, für welche Zielgruppen und für welche Inhalte sie Weiterbildung in digitalen oder Präsenzformaten anbieten.

 

 

Teilnahmekosten

Kostenfreie Weiterbildungsangebote werden deutlich häufiger genutzt als kostenpflichtige, dennoch haben die kostenpflichtigen Angebote im Vergleich zum letzten Jahr erheblich an Relevanz gewonnen. Fast jede dritte Nennung ist bereits auf ein kostenpflichtiges Angebot zurückzuführen, diese gehen häufiger mit einer Leistungssteigerung der Teilnehmenden einher. Unternehmen sollten daher besonders bei kostenfreien Angeboten genau auf die Qualität und Wirksamkeit achten.

 

 

Weiterbildungsbudgets

Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Befragten deutlich weniger optimistisch in Bezug auf das zukünftige Wachstum ihres Weiterbildungsbudgets. Hier zeigt sich möglicherweise der Einfluss der Pandemie auf den finanziellen Spielraum vieler Unternehmen. Aktuell geht nur noch jede vierte befragte Person davon aus, dass ihr Weiterbildungsbudget in den nächsten Jahren wachsen wird. Jede dritte Person hat zurzeit kein individuelles Budget. Unternehmen sollten daher individuelle Bedarfe genau prüfen und Budgets dann effizient dort einsetzen.

 

 

Kundenzufriedenheit

Trotz Professionalisierung vieler digitaler Weiterbildungsangebote zeigt sich keine Steigerung der Zufriedenheit mit dem Weiterbildungserlebnis der letzten Monate bei den Befragten. Unternehmen und Weiterbildungsanbieter sollten die Vorteile und Chancen von digitalen Formaten intensiver nutzen, um digitaler Ermüdung vorzubeugen.

 

 

Leistungsverbesserung

Die Zufriedenheit von Teilnehmenden hängt vor allem von Möglichkeiten zur Vernetzung und der Lehrmethodik ab. Für die Verbesserung der Arbeitsleistung ist hingegen besonders wichtig, dass Teilnehmende auf Lerngeschwindigkeit und Lerninhalte Einfluss nehmen können. Die Anbieter sollten daher individuell konfigurierbare Lernangebote mit passenden Tools und Methoden entwickeln, in denen der Austausch unter den Teilnehmenden ein fester Bestandteil ist.

 

 

 

Digitale Weiterbildung braucht gute Rahmenbedingungen

 

Im Großteil der befragten Unternehmen hat Weiterbildung schon jetzt einen hohen oder sehr hohen Stellenwert (54 %). Die Befragten gehen davon aus, dass dieser Anteil in fünf Jahren auf 70 % ansteigen wird. Jedoch misst mehr als ein Viertel der Befragten der Weiterbildung aktuell und künftig nur eine niedrige oder mittlere Bedeutung bei. Wir wollten von den Befragten wissen: An welchen digitalen Weiterbildungsformaten haben Sie in den letzten 12 Monaten teilgenommen? Es waren mehrere Antworten möglich und wir haben die Formate in kostenfrei und kostenpflichtig unterteilt.

 

Besuchte Formate & Teilnahmegebühren

Kostenfreie Formate
Am häufigsten nahmen die Befragten an kostenfreien Online-Seminaren unter zwei Stunden teil. 76 % aller Befragten gaben an, mindestens eines besucht zu haben. Auf Platz 2 findet sich die kostenfreie Webkonferenz (68 %). Kostenfreie, längere Live-Online-Seminare über 2 Stunden haben 44 % der Teilnehmenden besucht.

Kostenpflichtige Formate
Die häufigsten kostenpflichtigen Weiterbildungsangebote waren Live-Online-Seminare über 2 Stunden (31 %) und e-Learningplattformen (20 %). Aber auch kurze kostenpflichtige Live-Online-Seminare unter 2 Stunden wurden von 19 % der Befragten besucht. Demnach sind viele bereit, auch für kurze Lerneinheiten auf kostenpflichtige Angebote zurückzugreifen.

Fazit
Kostenfreie digitale Weiterbildungsangebote wurden auch 2021 deutlich häufiger genutzt. Aber fast jede dritte Nennung ist bereits auf ein kostenpflichtiges Angebot zurückzuführen. Im Vergleich zur Befragung 2020 ist der kostenpflichtige Anteil im letzten Jahr deutlich gewachsen.

 

Verfügbare Arbeitszeit für Weiterbildungen

Status Quo
Jede zweite befragte Person nutzt weniger als 5 % ihrer Arbeitszeit für Weiterbildung, nur 18 % verwenden mehr als 10 % ihrer Arbeitszeit. Die Hälfte der Befragten hat schließlich weniger als 5 % ihrer Arbeitszeit für Weiterbildung genutzt, obwohl ihr vermutlich mehr zur Verfügung gestanden hätte. Der Großteil nutzt die ihnen zur Verfügung stehende Arbeitszeit aus, tendenziell nehmen die Befragten jedoch etwas weniger als in ihrem zeitlichen Budget vorgesehen in Anspruch.

Ausblick
In der Umfrage des Vorjahres hat fast die Hälfte der Befragten noch optimistisch in die Zukunft geblickt und angegeben, dass sich der Anteil der Arbeitszeit, der für Weiterbildung genutzt werden darf, erhöhen wird. Doch dieser Anteil ist gesunken: Nur noch 35 % geben aktuell an, dass sich der Anteil an Arbeitszeit für Weiterbildung vergrößern wird.

Verfügbare Weiterbildungsbudgets

Individuelles Budget
Welches Budget steht für Weiterbildungen zur Verfügung und wie viel wird tatsächlich genutzt? 57 % der Befragten haben kein individuelles Budget oder keine Kenntnis davon.

Verfügbares und genutztes Budget
In den letzten Monaten wurden viele in Präsenz geplanten Veranstaltungen verschoben oder abgesagt. Dennoch hat die Mehrheit der Befragten ihr individuelles Budget genutzt. Allerdings wurden bei 43 % der Befragten nur 500 EUR oder weniger in die berufliche Weiterbildung investiert.

Budgetausblick
Bei der Befragung 2020 dachte noch jeder Zweite (52 %), dass sich sein Weiterbildungsbudget in den nächsten fünf Jahren vergrößern wird. Dieser Optimismus ist deutlich abgekühlt. In der diesjährigen Befragung glaubt nur noch jeder Vierte (25 %) an eine Vergrößerung des Weiterbildungsbudgets in den kommenden Jahren.

Wer trägt die Verantwortung für die Personalentwicklung?

Wie im letzten Jahr tragen aus Sicht der Befragten besonders die Mitarbeitenden eine hohe Verantwortung für Weiterbildung. Der Anteil hat sich jedoch seit dem letzten Jahr nicht verändert und wird sich zukünftig auch nur geringfügig erhöhen. Alle anderen Verantwortlichen (Geschäftsführung, Personalabteilung, Führungskräfte) trugen in den letzten Monaten aus Sicht der Teilnehmenden weniger hohe Verantwortung für Weiterbildung als im letzten Jahr. In fünf Jahren gibt es nur marginalen Zuwachs bei der Personalabteilung und den Führungskräften.

Entscheidend ist der Faktor Zeit
Als Hauptgrund dafür, nicht mehr Verantwortung für Inhalte und Formate der eigenen Weiterbildung zu übernehmen, gaben die Befragten zeitliche Gründe an. Darüber hinaus bestätigte mehr als ein Viertel der Umfrage, dass sie bei der Vielzahl der Angebote nicht die besten Lösungen für ihren Bedarf erkennen. Weitere Gründe waren Unklarheiten bezüglich des Bereichs der Weiterbildung oder kein ausreichendes Budget.

 

Zentrale Erkenntnisse

 

 

 

Welche Kriterien bestimmen die Zufriedenheit und Leistungssteigerung?

 

Die Teilnehmenden wurden nach einem digitalen Weiterbildungsformat aus den letzten Monaten befragt, das ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist. Bezüglich dieses Formats haben wir verschiedene Charakteristika erhoben und die Zufriedenheit und die Leistungssteigerung der Befragten erfasst. Aus den Ergebnissen lassen sich Erfolgsfaktoren für digitale Weiterbildungsformate ableiten.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zufriedenheit mit den digitalen Weiterbildungserfahrungen gesunken: 2020 gaben noch 54 % der Befragten an, dass sie in den letzten Monaten sehr bzw. eher zufrieden waren. Dieses Jahr sind lediglich 48 % der Meinung, eine gute Erfahrung mit ihrer Weiterbildung gemacht zu haben. Obwohl viele digitale Weiterbildungsangebote heute professioneller durchgeführt werden als noch zu Beginn der Pandemie, zeigen sich hier möglicherweise höhere Ansprüche an digitale Formate als im letzten Jahr und eine Erschöpfung in Bezug auf Online-Angebote.

 

Zufriedenheit nach Formaten

Digitale Lernplattformen zeigen einen besonders hohen Anteil von zufriedenen Teilnehmenden: Im Vergleich mit anderen Lernangeboten schnitten sie mit 87 % von eher/voll und ganz zufriedenen Teilnehmenden am besten ab.

Dauer der Weiterbildung

Je höher der zeitliche Umfang, desto höher ist der Anteil an zufriedenen Teilnehmenden. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich in Bezug auf die Leistungssteigerung: Während nach kurzen Formaten von weniger als zwei Stunden nur 39 % der Befragten angaben, dass sich ihre Arbeitsleistung durch die Weiterbildung verbessert hat, waren es bei Formaten mit mehr als 16 Stunden schon 61 %.

Teilnahmegebühren der Weiterbildung

Je höher die Teilnahmegebühren, desto höher der Anteil an zufriedenen Teilnehmenden. Auch die Leistungssteigerung fällt bei teureren Weiterbildungsformaten höher aus. Immerhin sind jedoch 62 % der Teilnehmenden bei kostenfreien Angeboten zufrieden mit der Weiterbildungserfahrung und 42 % geben an, dass sie ihre Arbeitsleistung durch das Weiterbildungsangebot steigern konnten.

Weitere Gestaltungskriterien

Betrachtet man die Zufriedenheit und Leistungssteigerung der Teilnehmenden, werden weitere Gestaltungskriterien als Erfolgsfaktoren sichtbar. Während es für die Zufriedenheit als besonders kritisch erscheint, dass sich Teilnehmende mit anderen vernetzen und austauschen können und Inhalte kompetent durch verschiedene Tools und Methoden vermittelt werden, ist es für die anschließende Leistungssteigerung wichtiger, dass Teilnehmende einen Einfluss auf die Lerngeschwindigkeit und die Lerninhalte ausüben können.

 

Zentrale Erfolgskriterien für Zufriedenheit und Leistungssteigerung

 

Zufriedenheit

  • Vernetzung & Austausch mit anderen Teilnehmenden
  • Kompetente Inhaltsvermittlung durch verschiedene Tools & Methoden
  • Einfluss auf Lerngeschwindigkeit möglich
  • Einfluss auf Lerninhalte möglich

Leistungssteigerung

  • Einfluss auf Lerninhalte möglich
  • Einfluss auf Lerngeschwindigkeit möglich
  • Vernetzung & Austausch mit anderen Teilnehmenden
  • Kompetente Inhaltsvermittlung durch verschiedene Tools & Methoden

 

Zentrale Erkenntnisse

 

 

 

Welche Trends prägen die Weiterbildung von morgen?

 

In Zeiten disruptiver Veränderungen ist es für Unternehmen erfolgsentscheidend, ausreichend Zeit und Geld für Weiterbildungsaktivitäten zur Verfügung zu stellen, die auf die strategischen Ziele des Unternehmens einzahlen. Außerdem sollten die Verantwortlichen besonders bei kostenfreien Weiterbildungsangeboten auf die Qualität und Wirksamkeit achten.

Einige Kenntnisse und Fähigkeiten werden in Zukunft noch stärker gefragt sein. Auch zu diesem Aspekt der Weiterbildung der Zukunft wurden die etwa 700 teilnehmenden Fach- und Führungskräfte befragt.

 

Lernen im digitalen oder physischen Raum

Nur jeder Fünfte möchte in Zukunft ausschließlich digital lernen. Im Gegensatz dazu bevorzugt ein Viertel der Befragten Lernformate in Präsenz. Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich in Zukunft Angebote, die sowohl digitale Elemente als auch Präsenz-Phasen beinhalten. Um attraktive Angebote zu schaffen, müssen Weiterbildungsanbieter in Zukunft neben den Inhalten verstärkt darauf achten, in welcher Form Formate stattfinden und welche Rahmenbedingungen dafür wichtig sind.

Digitale Lernplattformen

Mehr als die Hälfte aller Befragten (55 %) gab an, dass in ihrem Unternehmen bereits eine digitale Lernplattform genutzt wird. Von denen, die bisher keine Plattform nutzen (40 %), gab ungefähr die Hälfte an, dass auch keine Einführung einer Plattform geplant ist. Nur 20 % haben und planen aktuell keine Lernplattform.

Relevante Hard und Soft Skills

Im Bereich der Hard Skills gaben die Befragten an, dass in den nächsten fünf Jahren besonders Datenschutz und IT-Sicherheit sowie Informationstechnologien für sie relevant werden. Bei den Soft Skills lagen netzwerkbasierte Zusammenarbeit und kreatives Problemlösen vorn. Insgesamt lagen alle abgefragten Themen dicht beieinander – Unternehmen stehen also vor der Herausforderung, die Entwicklung der Fähigkeiten ihrer Mitarbeitenden in verschiedensten Bereichen gleichzeitig voranzutreiben.

 

Besonders gefragte Zukunftsskills

 

Hard Skills

  • Datenschutz & IT-Sicherheit
  • Informationstechnologie
  • Projektmanagement

Soft Skills

  • Netzwerkbasierte Zusammenarbeit
  • Kreatives Problemlösen
  • Umgang mit Veränderungen

 

Zentrale Erkenntnisse

 

 

 

Studien-Download

 

 

 

 

 

Sie haben Fragen? Sprechen Sie uns an!

 

 

 

share