"Agile Economics" - Wie Luftblasen in innovativen Geschäftsszenarien vermieden werden

Große Datenmengen intelligent auswerten zu können, wird für Unternehmen zunehmend erfolgsentscheidend. Aber wer weiß schon genau, welche Auswirkungen eine bahnbrechende Innovation wie Big Data im Unternehmen haben kann? Um diese Frage zu beantworten, setzen viele Großkonzerne auf klassisches Innovationscontrolling. Doch häufig müssen sie feststellen: Diese klassischen Methoden funktionieren bei einem Paradigmenwechsel, also einem Durchbruch schneller Innovationen, die grundlegende Veränderungen mit sich bringen, nicht mehr. Das entscheidende Problem dabei ist das sogenannte „Wasserfall-Prinzip“:

Ein Projektteam beginnt mit einer Idee, erstellt eine Machbarkeitsstudie, entwickelt ein detailliertes Design – die Dinge nehmen ihren Lauf. Bei jedem Übergang in die nächste Phase sollte der Business Case präziser werden und weniger Risiken aufweisen. Aber wie sieht es aus, wenn die Prämissen dieser Business Cases fast ausschließlich auf „Papierkram“ basieren?

Sparen an der falschen Stelle erzeugt Luftblasen

In der Regel lassen Unternehmen für neue Projekte in der Anfangsphase nur geringe Investitionsspielräume zu. Bei der Wasserfallmethode werden die einzelnen Phasen eines Projekts nach einem aufeinander aufbauenden Prinzip durchgeführt. So folgen beispielsweise der Idee eine Machbarkeitsstudie und ein detailliertes Design, bevor Dinge implementiert und getestet werden können.

Marktbezogene Pilotstudien sind gerade in der Startphase eines Projekts wichtig. Weil das Budget zu gering ist, bleiben sie aber häufig aus. Stattdessen wird nur Papierarbeit geleistet. Dies führt zu einem Mangel an Marktdaten, wodurch beispielsweise Umsatzannahmen entsprechende Erwartungen im späteren Verlauf enttäuschen. Die Luftblasen zerplatzen und alle Projektbeteiligten verlieren sich in internen Diskussionen. Das Ergebnis: Angefangene Projekte werden zurückgestellt, während andere Firmen die bahnbrechende Innovation weiter vorantreiben. Und wenn der Paradigmenwechsel endlich eingetreten ist, ist es bereits zu spät, um auf dem Markt wirklich erfolgreich zu sein. Ein Teufelskreis!

Agile Economics ist ein Controlling-Mechanismus, der erfolgreiche Innovationsmethodiken beinhaltet

Letzte wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass erfolgreiche Innovationsverantwortliche auf Projektpiloten mit Minimum-Viable-Services setzen, also möglichst schlanke, aber funktionierende Dienste. Dafür nutzen sie unterschiedliche Quellen und innovative Methoden, um neue Ideen für Dienstleistungen zu finden. Agile Economics ist eine Steuerungsmethodik für Innovationen, wobei verschiedene Aspekte miteinander kombiniert und zudem statistische Methoden angewendet werden. Aspekte die dabei berücksichtigt werden sind unter anderem Testen mit Piloten, daraus abgeleitetes Lernen und Anpassen des Produkts an die gewonnen Erkenntnisse, sowie Managen der Risiken. Das Resultat ist, dass auch große Unternehmen mit dieser Methodik ihre „time-to-market“ verkürzen können, aber trotzdem mehr Kontrolle über den Innovationsprozess behalten. 

Die Bitkom Akademie bietet ein Seminar zu „Agile Economics“ an. Es liefert Leitplanken, wie Sie Innovationen schnell auf den Markt bringen und gleichzeitig Risiken effektiv managen und damit Luftbasen vermeiden können. Anhand von Big-Data-Beispielen wird die Methode erklärt. Alle Informationen zur Anmeldung und zu Terminen gibt es hier

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